Sicherheit steht an erster Stelle: Doppelsicherung beim Hund

Wenn dein neues, vierbeiniges Familienmitglied einzieht, gibt es vieles zu beachten und zu organisieren. Ein Thema, das dabei häufig unterschätzt wird, ist die optimale Sicherung des Hundes. Schließlich ist für den Hund in seiner neuen Umgebung zunächst alles unbekannt und teilweise auch beängstigend. Um zu verhindern, dass dir dein Hund aus dem Tierschutz entläuft und dabei sich oder andere gefährdet, ist eine optimale Doppelsicherung besonders in den ersten Tagen und Wochen nach Ankunft wichtig. Nachfolgend erfährst du, worauf du dabei achten solltest.


Was ist eine Doppelsicherung?

Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass gerade Hunde aus dem Tierschutz in der ersten Zeit durch die sogenannte Doppelsicherung geschützt werden sollten. Dabei handelt es sich um eine besonders sichere Kombination aus Halsband und Sicherheitsgeschirr auch Panikgeschirr genannt sowie zwei Leinen mit Karabinerhaken.

Es ist verpflichtend, am Abholtag ein passendes und gepolstertes Panikgeschirr für deinen Hund mitzubringen. Bei den ersten Spaziergängen legst du deinem Vierbeiner zusätzlich ein ausbruchsicheres Halsband an. Sowohl das Geschirr als auch das Halsband sollten aus robustem Material bestehen und sicher sitzen.

Die korrekte Doppelsicherung besteht aus einem Zwei-Leinen-System. Die Führleine wird in der Hand gehalten und am Halsband des Hundes befestigt. Die Sicherungsleine wird um den Bauch getragen und am Geschirr befestigt.

Bei den Karabinerhaken der Leinen sollte vor dem Einzug des Hundes und auch später im Alltag immer wieder geprüft werden, ob diese noch richtig schließen. Den Hund in der ersten Zeit bei jedem Spaziergang doppelt zu sichern, ist Pflicht.


Was ist der Vorteil
einer Doppelsicherung beim Hund?

Die doppelte Sicherung sorgt vor allem in der Anfangszeit mit deinem neuen Familienmitglied für große Sicherheit. Durch das Sicherheitsgeschirr, aus dem sich dein Tierschutzhund nicht herauswinden kann, sowie die zweite am Halsband befestigte Leine, kannst du dich mit deinem Hund auch in unvorhergesehenen Situationen sicher fühlen.

Denn gerade zu Anfang ist für viele Tierschutzhunde alles neu und manchmal auch beängstigend. Wenn sich dein Hund etwa vor einem lauten Geräusch, einem entgegenkommenden Fahrradfahrer oder einem anderen Hund erschreckt und flüchten möchte, bist du mit der Kombination aus Sicherheitsgeschirr und Halsband bestens gewappnet. Falls du unterwegs einmal stolperst oder aus Versehen eine der Leinen loslässt, wirst du für die Doppelsicherung mit zwei Leinen dankbar sein.


Warum ist ein Sicherheitsgeschirr für viele Tierschutzvereine so wichtig?

Ein Sicherheitsgeschirr – auch Panikgeschirr genannt – besteht im Gegensatz zu handelsüblichen Geschirren aus drei Gurten. Dabei sitzt einer am Hals des Hundes und zwei am Bauch. Dadurch wird es für den Hund beinahe unmöglich, sich aus dem Geschirr heraus zu winden. Wie auch Halsband und Leinen sollte das Sicherheitsgeschirr gepolstert sein und aus weichem und gleichzeitig beständigem Material bestehen. Der korrekte Sitz und die Wahl der richtigen Größe sind besonders wichtig. Ein gutsitzendes Sicherheitsgeschirr liegt eng an und gibt deinem Vierbeiner dennoch genügend Bewegungsraum. 


Warum solltest du auch zu Hause
auf Sicherheit achten?

Nicht nur bei der Abholung und auf Spaziergängen solltest du auf die korrekte Sicherung deines Hundes achten. Auch zu Hause gilt: Der Hund fühlt sich unter Umständen noch unsicher und versucht zu entwischen. Achte daher immer darauf, dass die Haustür (in Mehrfamilienhäusern auch die Eingangstür), die Terrassen-/Balkontür sowie das Garten- und Garagentor stets verschlossen sind. Selbst bei Fenstern ist Vorsicht geboten: Hunde springen leicht durch geöffnete Fenster ins Freie. So entlaufen sie nicht nur, sondern können sich auch schwer verletzen.


Warum empfehlen wir eine Schleppleine
und raten von Flexileinen ab?

In der ersten Zeit solltest du deinen Hund bei Spaziergängen unter keinen Umständen freilaufen lassen – schließlich weiß er noch nicht, dass er zu dir gehört und fühlt sich in seiner neuen Umgebung häufig unsicher. Zudem muss ein zuverlässiges Rückrufkommando erst geübt werden. Da du deinem Hund trotzdem genügend Bewegung und Auslastung bieten möchtest, brauchst du eine geeignete Lösung.

Viele Menschen greifen hier auf eine Flexileine zurück. Bei dieser hält der Hundehalter ein Kunststoffgehäuse in der Hand, innerhalb dessen sich eine dünne Leine um eine Spule wickelt. Die Leine wickelt sich ab, sobald der Hund daran zieht und wickelt sich automatisch wieder auf, wenn der Zug nachlässt. Dem Hund wird so Bewegungsfreiheit geschenkt, während die Leine praktischerweise immer sauber bleibt, da sie den Boden nicht berührt.

Doch die Nutzung der Flexileine ist bei unsachgemäßer Nutzung gefährlich und bringt viele Nachteile mit sich. So wird Leinenführigkeit und Rückruftraining wegen des ständig vorhandenen Zugs auf der Leine erschwert. Vor allem aber birgt die dünne Schnur der Flexileine eine erhebliche Verletzungsgefahr: Hunde und Menschen können sich in der Leine verfangen und entgegenkommende Jogger oder Radfahrer laufen wegen der schlechten Sichtbarkeit der Schnur Gefahr, über diese zu stolpern.

Eine weitere Gefahr der Flexileine beim Spazierengehen: Die Flexileine knallt auf Boden, der Hund erschrickt, läuft weg und Flexi knallt ihm weiter auf den Hintern oder wird am Boden hinterher geschliffen. Diese Situation lässt den Hund immer panischer werden.

Bring daher bitte zur Abholung deines neuen Familienmitglieds keine Flexileine (!!!) mit. Obwohl es Situationen gibt, in denen der Gebrauch einer Flexileine problemlos möglich ist, raten wir auch von der späteren regelmäßigen Verwendung ab.

Eine gute Alternative zur Flexileine bietet die Schleppleine. Auch sie ermöglicht dem Hund auf Spaziergängen einen größeren Bewegungsradius. Es gibt sie in verschiedenen Längen, Breiten und Materialien, sodass für Hunde jeder Größe und jeden Gewichts die passende Leine dabei ist. Die Schleppleine wird am Geschirr des Hundes befestigt (Niemals am Halsband!!) und schleift auf dem Boden, was für den Hund aufgrund des geringen Gewichts der Leine nicht störend ist. Ein großer Vorteil von Schleppleinen ist, dass sie das Training der Leinenführigkeit und des Rückrufs unterstützen. Die geschickte Handhabung einer Schleppleine will jedoch geübt sein und erfordert große Aufmerksamkeit von dir als Hundehalter. Ein guter Hundetrainer hilft dir dabei, den besten Zeitpunkt zu finden, deinen Hund unter idealen Bedingungen das erste Mal abzuleinen.


Warum kann ein GPS-Tracker
für Hunde lebensrettend sein?

Was so manch einem im ersten Moment übertrieben erscheinen mag, hat schon so manches Leben gerettet: Ein GPS-Tracker für Hunde ist ein kleines Ortungsgerät, welches am Halsband oder Geschirr angebracht wird und mithilfe einer App die Ortung deines Vierbeiners ermöglicht. Gerade in der Anfangszeit gibt ein GPS-Tracker Hundehaltern Sicherheit – schließlich passiert es, dass ein Hund trotz größter Vorsicht entwischt. Wenn dieser Notfall eintritt, sind viele Adoptanten und Pflegestellen froh über die Möglichkeit der GPS-Ortung. Wer sich nicht dauerhaft einen solchen Tracker zulegen möchte, kann ihn bei vielen Anbietern für einen bestimmten Zeitraum mieten.

Manche Menschen nehmen an, dass sich ein Hund über seinen Mikrochip orten ließe. Das ist leider nicht der Fall, sodass ein GPS-Tracker oder ein GPS-Halsband für den Hund, gerade in den ersten Wochen nach dem Einzug, aber auch in der ersten Zeit ohne Leine für Sicherheit sorgt.